Sowjetischer Soldatenfriedhof

1950 wurde das Massengrab exhumiert, und die Grabstellen mit Holzkreuzen ausgestattet, auf denen die Name sowie das Alter der beigesetzten russischen Zwangsarbeiter standen. Diese Kreuze wurden durch zerstört. Danach wurden Grabsteine aus Beton gefertigt. Auf der Spitze war ein Stern angebracht. Die Grabsteine waren weiß, der Stern rot gestrichen. Auch diese wurden beschädigt. Die Sterne wurden wieder angebracht und der Friedhof farblich neu gestaltet. Um weitere Angriffe und Zerstörungen auszuschließen, ließ der damalige Bürgermeister, in Abstimmung mit den Gemeindevertretern, u.a. die Grabsteine mit einen hellen blauen Anstrich versehen,. Die Arbeiten wurden durch Angehörige der Nationalen Volksarmee durchgeführt. Später wurden die Grabsteine wieder weiß gestrichen. Gleichzeitig wurde der Zugang zum Friedhof und der Bereich um den großen Obelisken herum neu gestaltett. Eine angebrachte Erinnerungstafel fiel wiederum Vandalen zum Opfer.
Heute fristet der Soldatenfriedhof ein bedauernswertes Dasein. Der letzte Farbanstrich erfolgte bereits vor Jahren und soll auch nicht den Vorgaben entsprechen, einige Fundamente weisen Risse auf und sind zerbrochen. Grabbepflanzungen gibt es nicht, bzw. ist bei dem kargen Boden nicht überlebensfähig. Um den Unkrautwuchs einzudämmen, sind die Grabeinfassungen mit Rindenmulch aufgefüllt worden. Es ist kein schöner, eher ein unwürdiger Anblick. Warum man die paar Wacholderbüsche zwischen den Gräbern entfernt hat, ist verwunderlich. Ist doch in unserer Gegend einzig der Wacholder ein immergrüner Strauch und kommt mit Hitze und Trockenheit gut zurecht.
Es wäre zu einfach, Schuldzuweisungen zu personalisieren, nach der Devise: "einer muss Schuld sein!" Mancher wird sich den finanziellen und manuellen Aufwand vielleicht vorstellen können, der da wäre. Ein derart großes Gräberfeld verursacht nicht wenig Aufwand, um es einmal ansehnlich zu gestalten und dann über einen langen Zeitraum zu erhalten. Es wäre aber eine Aufgabe unter vielen in der Gemeinde. Sporatische Arbeitseinsätze einiger weniger Gemeindearbeiter, oder Arbeitseinsätze verschiedener Organisationen sind da auch nicht ausreichend. 

Die Überlegungen sollten dahin gehen, eine dauerhafte Konzeption zu finden und das Aussehen des Friedhofes über einen längeren Zeitraum würdig zu präsentieren. Wie künftig verfahren werden soll, wird die Aufgabe der Verwaltung und aller Institutionen, die dort ihren Einfluß geltend machen können.  Individuelle Kontaktaufnahmen mit der russischen Botschaft werden nicht weiter helfen, denn es ist ein deutsches Problem. Die Bundesrepublik hat im Jahr 1992 eindeutige Zusagen zum Erhalt und zur Pflege dieser Grabstellen abgegeben. Somit kann diese Aufgabe keine alleinige Pflicht einer Gemeinde sein.
Andererseits gehört diese Anlage zu unserer Geschichte und sollte mit ihren Aussehen auch dem Sinn entsprechen.